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Europäische Bürgerinitiative

Erfolgreiche Europäische Bürgerinitiativen – Ergebnisse und Folgemaßnahmen

In Kürze

Seit 2012 hat die Europäische Kommission 14 Europäische Bürgerinitiativen, die erfolgreich eine Million Unterschriften gesammelt haben, offiziell beantwortet. Lesen Sie hier, was diese Initiativen bewegt haben: von saubererem Trinkwasser über transparentere Studien für die Sicherheit unserer Lebensmittel bis hin zu weniger Tierversuchen.

Mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) können EU-Bürger*innen das EU-Recht und die EU-Politik unmittelbar mitgestalten. Wenn für eine Initiative eine Million gültige Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern gesammelt wurden, muss die Europäische Kommission antworten. In ihrer Antwort erklärt sie, welche Maßnahmen sie ergreifen wird, oder warum sie beschließt, nicht tätig zu werden.

Ein Blick auf die Zahlen

  • 136.00registrierte InitiativenAlle vollständig oder teilweise registrierten Initiativen
  • 25.00Millionen UnterschriftenGesamtzahl aller Unterschriften, die für alle registrierten Initiativen gesammelt wurden, einschließlich Initiativen, die die Eine-Million-Unterschriften-Marke nicht geknackt haben
  • 14.00beantwortete InitiativenInitiativen mit offizieller Antwort der Europäischen Kommission

Das haben Europäische Bürgerinitiativen erreicht

Europäische Bürgerinitiativen haben die EU-Politik und die öffentliche Debatte geprägt – einige haben schon was bewegt, andere gestalten die Zukunft mit.

  • Saubereres und sichereres Wasser für alle

    Dank der Initiative „Right2Water“ schreibt das EU-Recht nun höhere Wasserqualitätsstandards und einen besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser an öffentlichen Orten vor. Städte richten immer mehr Trinkbrunnen in Parks, Bahnhöfen und Schulen ein, und die Regierungen verbessern den Zugang für schutzbedürftige Gruppen, wodurch ein Grundbedürfnis besser abgedeckt wird.

  • Mehr Transparenz bei unserer Nahrung

    Bürger*innen forderten ein Verbot von Glyphosat und eine Reform des Zulassungsverfahrens für Pestizide, was zu neuen Transparenzvorschriften geführt hat. Darin ist festgelegt, dass alle Studien zur Lebensmittelsicherheit, die den EU-Behörden vorgelegt werden, öffentlich sein müssen. So haben die Menschen das Recht zu erfahren, auf welcher Grundlage die Zulassungen erteilt wurden.

  • Wiederherstellung der Natur und eine nachhaltigere Landwirtschaft

    „Bienen und Bauern retten!“ trug dazu bei, die Vorschläge der EU zur Wiederherstellung der Natur und Verbesserung der biologischen Vielfalt voranzubringen. Seit 2024 hat die EU neue Ziele zum Schutz der Ökosysteme gesetzt, darunter das Ziel, den Rückgang der Bestäuber bis 2030 umzukehren.

  • Besserer Zugang zu legal verfügbaren, erschwinglichen und sicheren Abtreibungsdienstleistungen

    Die Europäische Kommission erkennt in ihrer Antwort auf „My Voice, My Choice“ an, dass unsichere Abtreibungen eine Angelegenheit der öffentlichen Gesundheit sind, und betont, dass die Mitgliedstaaten, wenn sie dies wünschen, den Europäischen Sozialfonds+ nutzen können, um den gleichberechtigten Zugang zu rechtmäßig verfügbaren und erschwinglichen sicheren Abtreibungsdienstleistungen zu verbessern.

  • Empfehlung eines Verbots von schädlichen Konversionsmaßnahmen an die EU-Mitgliedstaaten

    Im Jahr 2027 wird die Kommission eine Empfehlung an die EU-Mitgliedstaaten zum Verbot von Konversionsmaßnahmen annehmen. Dies ist die Reaktion auf eine Initiative, in der ein Verbot dieser schädlichen Eingriffe gegen LGBTIQ+-Personen gefordert wird.

  • Weniger Tierversuche

    Die Initiative „Für den Schutz kosmetischer Mittel ohne Tierquälerei“ veranlasste die EU, einen Fahrplan für die schrittweise Einstellung von Tierversuchen bei Sicherheitstests von Chemikalien aufzustellen. Mit diesem Fahrplan sollen der Einsatz tierfreier Methoden vorangetrieben und gleichzeitig Innovationen in der Wissenschaft gefördert werden.

  • Besserer Schutz bedrohter Haiarten

    Der Aufruf der Bürger*innen durch „Stop Finning – Stop the Trade“ führte zu neuen Zolltarifcodes, durch die die Behörden den Handel mit Haifischflossen ordnungsgemäß verfolgen können. Dadurch werden Schlupflöcher geschlossen, die Transparenz erhöht und gleichzeitig die laufenden Bemühungen der EU und auf internationaler Ebene zur Verbesserung sowohl der Durchsetzung der Vorschriften als auch des Schutzes von Haien unterstützt.

  • Konkrete Schritte zur Abschaffung der Käfighaltung und der Pelzproduktion

    Im Anschluss an die Initiativen „End the Cage Age“ und „Fur Free Europe“ hat die EU wissenschaftliche Überprüfungen, Besuche vor Ort und rechtliche Beurteilungen eingeleitet, die in künftige Entscheidungen über den Tierschutz einfließen werden.

Kurzum:

Europäische Bürgerinitiativen geben den Bürger*innen ein direktes Mitspracherecht bei der Gestaltung des EU-Rechts. Die Ergebnisse sprechen für sich: EBI haben beeinflusst, wie wir Wasser trinken, wie die Lebensmittelsicherheit geregelt und wie die Natur geschützt wird. Dies zeigt den Einfluss der Bürger*innen auf die Politik.

Selbst wenn die Kommission keine neuen Rechtsvorschriften vorschlägt, können EBI Großes bewegen: Sie können dafür sorgen, dass bestehende Vorschriften besser durchgesetzt werden, dass die Überwachung ausgebaut wird und dass über manche Themen zum ersten Mal auf EU-Ebene diskutiert wird.

Mehr über Folgemaßnahmen zu erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiativen

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